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Ein Haus voller Farben
Farbtrendprognose (CP 1/2009)
Europas Vorlieben
Das gestiegene Umweltbewusstsein ist in Europa einer der Megatrends, die die
Farbgebung zukünftiger Automobillacke beeinflussen. Ein weiterer:
Wirtschaftlichkeit. Mit diesen Erkenntnissen eröffneten die BASF
Coatings-Designer Eva Höfli, Mark Gutjahr und Katja Pauli ihre diesjährige
Farbtrendprognose.
Gemeinsamer Ansatz beider Tendenzen ist, dass sie -den Wandel im Bestehenden
suchen. „Die Zeiten, in denen nur das als modern und gut galt, was gänzlich neu
entwickelt wurde, sind vorbei“, sagt Höfli.
Also Evolution statt Revolution. So bleiben zwar Silber und Schwarz sowie
mit Abstand Blau, Rot und Weiß die am meisten nachgefragten Pkw-Farbtöne. Doch
sie verändern sich in Details und Nuancen. Beispiel -Silber: Neue Pigmente
geben der kühlen Farbe eine warme, fast organisch anmutende Note und lassen sie
farblich subtil variieren.
Diese Varianz im Ausdruck unterstütze zusätzlich der Trend zu bewusster
Unaufdringlichkeit und stilvollem Understatement, weiß Pauli: „Klasse soll sich
erst auf den zweiten oder dritten Blick zeigen.“ So setze sich der sanfte
Weißtrend im Bereich hochklassiger Premiumautomobile fort, Blau- und Rottöne
entwickelten sich in Richtung tiefer, intensiver und gesättigter Farben.
Ebenso sei an individuell orientierte, aber preisbewusste Käufer zu denken:
„Es gilt, Farben zu entwickeln, deren Effekte in der Produktion weniger
aufwendig und trotzdem nicht langweilig sind“, beschreibt Gutjahr die
Herausforderung.
Konkurrierende Trends machen die Designer im Fall der Farbe Schwarz fest:
„Das Schwarz von morgen ist nicht mehr länger die einfache Lösung, die es heute
noch verkörpert“, prognostiziert Gutjahr. „Der Farbton wird ein bisher
unbekanntes Spektrum an Emotionen vermitteln.“
So stünden bald extrem klare, tiefschwarze Nuancen neben ausufernd
funkelnden oder getönten Schwarztönen. Gutjahr: „So absurd es klingen mag: Es
wird ein Schwarz sein, das leuchtet. Und das auch ohne Licht.“
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