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Hart am Wind (CP 2/2009)
Die Nutzung der Windkraft ist eine Herausforderung für Technik und Material.
Mit Hightech-Beschichtungen für Rotorblätter haben sich BASF Industrielacke
über RELIUS in der Branche einen Namen gemacht.
Die Belastungen, denen das Rotorblatt einer
Windkraftanlage in 90 Metern Höhe ausgesetzt ist, sind enorm: Mit
Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 300 Kilometern pro Stunde wirken Kräfte auf
die Blattspitzen, die sich dabei mehrere Meter biegen.
(Foto: BARD Engineering GmbH)
Die 60 Meter langen Flügel gelten in der Technik als die größten Objekte,
die solchen Bedingungen erfolgreich trotzen. Selbst ein 900 Kilometer pro
Stunde schnelles Flugzeug muss dank der geringeren Luftdichte in der Höhe
weniger aushalten.
Zudem attackieren UV-Strahlung, Salzwasser oder Luftverunreinigung permanent
die Rotoren. Widerstandskraft und Beständigkeit sind deshalb
Schlüsseleigenschaften für die Windanlagen.
Jörg Hermes, Global Sales Manager für Windenergie bei Relius, drückt es
bildhaft aus: „Stellen Sie sich ein Auto vor, das ununterbrochen mit 200
Kilometern pro Stunde durch Regen fährt. Nach wenigen Monaten dürften Schäden
auftreten.
Ein Rotorblatt sollte bei noch härteren Bedingungen zwischen zehn und 20
Jahre durchhalten – ohne Schaden zu nehmen.“
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Stabil und leicht
Entsprechend hoch sind die Anforderungen an die Konstruktion der Rotoren und
die verwendeten Materialien. Die größten und modernsten Flügel bestehen aus
verklebten Glas- und Kohlefasermatten, in die unter Vakuum Epoxidharz injiziert
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Gute Aussichten:
Ihre Energieausbeute macht Offshore-Windparks besonders attraktiv. (Foto:
fotalia) |
Die Hightech-Bauweise sorgt für die benötigte außergewöhnliche Stabilität
und Flexibilität, hält die Flügel aber dünn und leicht. Den Schutz der
wertvollen Konstruktion gewährleisten Spezialbeschichtungen, die nicht minder
anspruchsvoll sind: Sie verhalten sich ebenfalls flexibel und können etwa beim
Biegen der Blätter nicht abplatzen.
Sie sind erosions- und abrasionsbeständig und widerstehen der UV-Strahlung.
Und sie sind matt, um Reflexionen zu verhindern, die zum Beispiel den
Flugverkehr stören könnten – eine Eigenschaft, die ohne Lösemittel nur schwer
zu erreichen ist.
Relius hatte diese technische Herausforderung schon früh bewältigt, wodurch
dem Unternehmen Mitte der 90er-Jahre der Einstieg in das Geschäft mit
Rotorblattbeschichtungen gelang.
„Wir waren damals die ersten, die die benötigten Speziallacke ohne
Lösemittel herstellen konnten“, erinnert sich Hermes. Eine Innovation, die dem
Lackhersteller Tür und Tor in der Branche öffnete und ihn zu einem engen
Entwicklungspartner werden ließ. Hermes: „Wir haben ständig mit den Kunden
unsere Systeme in punkto Kosten und Leistungsfähigkeit optimiert.“
Dazu gehört auch ein in der Branche nur seltenes Gerät zur Überprüfung der
Erosions- und Regenbeständigkeit. Die Spezialanfertigung besteht aus einer
rotierenden Scheibe, an der ein lackierter Probekörper befestigt ist und
stundenlang mit 500 Kilometern pro Stunde durch einen Wassertropfenvorhang
gedreht wird.
Schon bald liefert Relius an nahezu alle wichtigen Flügelhersteller in
Europa; seit 2006 wurden auch Hersteller ganzer Windanlagen als Partner
gewonnen. „Dank deren globaler Aktivität wurden unsere Produkte auf fast allen
Kontinenten angewendet“, sagt Hermes.
Was es Relius wiederum erleichterte, auf Märkten außerhalb Europas wie
Indien, Kanada und China Fuß zu fassen. Kurz bevor steht der Sprung auf den
US-Markt: Bisher wurden dort die meisten Bauteile für Windanlagen – darunter
auch die Rotorblätter – importiert.
Heute ist dieser Windenergiemarkt – 2008 der wachstumsstärkste weltweit –
dabei, eigene Produktionskapazitäten aufzubauen. Führend ist der größte
US-Windanlagenhersteller GE, der bereits die Lackprodukte von Relius weltweit
für seine Installationen qualifiziert hat.
So wie andere global führende Windenergieanlagenbauer, mit denen Relius
bewährte Partnerschaften pflegt, darunter die deutsche Enercon, Suzlon aus
Indien oder Chinas zweitgrößter Hersteller Dongfang. Die Relius
Beschichtungssysteme – geeignet für alle im Markt befindlichen Rotorblatttypen
– finden sich weltweit an über 25.000 Windanlagen.
Auf hoher See
Auf dem Land genauso wie auf dem Meer. Offshore-Windanlagen sind ein
Segment, in dem Relius dank spezieller, an die Widrigkeiten rauer See
angepasster Beschichtungsprozesse zu den wichtigsten Zulieferern von
Rotorblattbeschichtungen zählt.
Gute Perspektiven, denn die Bedeutung von Offshore-Anlagen nimmt in dem Maße
zu, wie in wichtigen Märkten wie etwa Deutschland geeignete landgestützte
Standorte rar werden.
Zudem sind Windparks auf hoher See attraktiv, weil der je nach Standort
doppelt so kräftige Wind die Energieausbeute erhöht. 300 Offshore-Anlagen
drehen sich allein in der Nordsee, der erste deutsche Hochseewindpark ist jetzt
rund 100 Kilometer nordwestlich der Insel Borkum geplant. Auf 60
Quadratkilometern Fläche wird er 80 Anlagen umfassen, jeweils
Fünf-Megawatt-Windräder, die leistungsfähigsten und größten, die es derzeit
gibt.
Eine Premiere und ein Härtetest für die Branche – die Nordsee ist bis zu 40
Meter tief, Meer und Klima sind unberechenbar, und rund 100 Kilometer
Stromkabel müssen unter dem Seeboden verlegt werden.
Das Großprojekt realisiert der Bremer Anlagenbauer BARD Engineering mit
Relius als Alleinlieferanten für die Beschichtung der Rotorblätter. Baubeginn
war im Frühjahr 2009, Ende 2010 soll „BARD Offshore 1“ Strom für rund 400.000
Haushalte liefern.
Eine Nearshore-Testanlage vor Hooksiel nördlich von Wilhelmshaven wurde im
Herbst 2008 in Betrieb genommen. Der Fünf-Megawatt-Rotor ist derselbe Typ, wie
er später auf hoher See eingesetzt werden wird – für BARD, aber auch für Relius
der Startschuss zu einem wegweisenden Projekt.

Im Bau: Vor der Nordseeküste wird der erste deutsche
Hochseewindpark entstehen – mit Relius als exklusivem Lackpartner. (Fotos: BARD
Engineering GmbH)
www.bard-offshore.de
www.relius.de
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