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Krisenfest (CP 2/2009)
Die dänische BTM Consult Aps ist spezialisiert auf die Beobachtung und
Analyse des Windenergiemarkts. Ihre jährlichen World Market Updates und die
Zehnjahresprognosen werden weltweit genutzt. Coatings Partner sprach mit Per
Krogsgaard, einem der Geschäftsführer.
Herr Krogsgaard, nachdem Sie Ihre Jahresanalyse 2008 fertiggestellt haben
– wo wuchs die Windenergiebranche vergangenes Jahr am stärksten?
In China und in den USA. China steigerte sich um sage und schreibe 106,3
Prozent gegenüber 2007 und verfügt nun über Windparks mit einer Kapazität von
mehr als 12.000 Megawatt. In den USA stieg die Leistung um knapp 50 Prozent auf
über 24.000 Megawatt.
Beide Länder werden auch in Zukunft diejenigen Windenergiemärkte sein, die
am meisten zulegen. Relativ gesehen stehen in Europa mit knapp 66.000 Megawatt
zwar die meisten Windanlagen, allerdings betrug der Zuwachs gegenüber 2007 nur
knapp zehn Prozent.
Was die Anzahl der einzelnen Windanlagen angeht, haben die traditionellen
Industrieländer natürlich noch die Nase vorn. Etwa die USA, die heute über
33.000 Windkrafträder besitzen, und Deutschland, wo sich mehr als 20.000
Rotoren drehen. Doch die großen Nationen Asiens folgen: In Indien sind es knapp
14.000 und in China an die 12.000 Windanlagen.
Was verspricht die nahe Zukunft der Windindustrie? Sind Auswirkungen der
Krise zu erwarten?
Unsere Prognosen zeigen, dass die Branche trotz der Finanzkrise wachsen
wird. Weltweit verzeichnen wir seit dem Jahr 2000 einen stetig steilen Anstieg
der Kapazitäten. Gab es damals noch 24.000 Megawatt Leistung, sind es mit Ende
2008 über 122.000.
Eine solche Entwicklung bricht nicht von einem Tag auf den anderen zusammen,
auch wenn Finanzierungen derzeit schwieriger sind. Der generelle Trend aber
zeigt nach oben – besonders attraktiv für die Windindustrie ist die aktuelle
Entwicklung hin zu den ganz großen Windparks.
Bis 2013 würden wir einen weltweiten Kapazitätszuwachs von 220.000 Megawatt
erwarten, über 10.000 davon im Offshore-Bereich.
Wie hoch ist der Anteil der Windenergie an der weltweiten Stromerzeugung
heute?
Nun, 1,3 Prozent, das entsprach 2008 einer Jahreselektrizitätsproduktion von
etwa 254 Terawattstunden oder – anders ausgedrückt – 254 Milliarden
Kilowattstunden. Bis 2013 prognostizieren wir einen Zuwachs auf 3,35 Prozent –
also fast eine Verdreifachung.
Ist die Windenergie interessant für Investitionen?
Ich sage ja. Die Notwendigkeit, CO2-neutral Elektrizität zu
erzeugen, überhaupt unsere Welt in Richtung erneuerbare Energien zu verändern,
hat nicht erst heute aus der Windenergie eine Zukunftsbranche gemacht. An
wirtschaftlicher Bedeutung werden die erneuerbaren Energien in dem Maße
zunehmen, wie fossile Brennstoffe knapper und vor allem teurer werden. Und in
dem Maße, wie die Politik neue CO2-Reduktionsvorgaben festlegt und
diese per Gesetzgebung und Förderungen umsetzt.
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