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Grünes Wohnen (CP 1/2009)
CO2-Reduktion und Energieeinsparung sind das Gebot der Stunde.
Besondere Potenziale bietet nachhaltiges Bauen. In Großbritannien haben die
Universität Nottingham und BASF ein Niedrigenergiehaus entwickelt, das nicht
nur energieeffizient ist, sondern auch erschwinglich.
Die Gelegenheit, mit Energieeinspartechnologien zu leben und sie
zu verstehen, ist einmalig“, schwärmt Deborah Adkins, Doktorandin an der
Universität Nottingham. Zusammen mit Nina Hormazábel Poblete, Gastdoktorandin
aus Chile, lebt sie für ein Jahr im BASF Energy House, um dort im Rahmen eines
Studienprojekts Energieeffizienzkonzepte, Bauweise und Technologien zu
testen.
Das kleine Einfamilienhaus ist das erste von sechs exemplarischen „Creative
Energy Homes“, das im Universitätspark von Nottingham fertiggestellt wurde und
mithilfe energieeffizienter Bauprodukte der BASF-Gruppe den
Niedrigenergiestandard erfüllt. Das Projekt initiierte die Architekturfakultät
der Universität Nottingham, die in England renommierte School of Built
Environment.
Sie will mit den Vorzeigebauten demonstrieren, wie innovatives und
nachhaltiges Wohnen in Zukunft aussehen kann. Zusätzliche Maßgabe für das im
Januar 2008 eingeweihte BASF-Haus war, dass es selbst für Erstkäufer
erschwinglich bleibt und auch flexibel als Doppel- oder Reihenhaus umgesetzt
werden kann.
Das Nachhaltigkeitsziel des Hauses ist anspruchsvoll: ein möglichst gegen
null -gehender CO2-Ausstoß. „Diese Vorgabe und das
Wirtschaftlichkeitsgebot hatten Auswirkungen auf die Gestalt des Hauses“,
erinnert sich der auf nachhaltiges -Bauen spezialisierte englische Architekt
Derek Trowell. „Um Kosten zu senken und gleichzeitig energieeffizient zu
sein, ging unsere Planung von einem kompakten Grundriss und der größtmöglichen
Nutzung passiver Solargewinne aus.“ So sind Nord-, Ost- und Westseite hoch
isoliert und verfügen über keine beziehungsweise möglichst kleine Fenster, ohne
jedoch die benötigte Tageslichtausleuchtung zu beeinträchtigen.
Denn im Süden prägt wandhohe Verglasung das Bild, im Erdgeschoß genauso wie
im ersten Stock. Dazu ließ sich Derek Trowell eine Besonderheit einfallen: Eine
parallele deckenhohe Fensterwand im Inneren bildet mit der Außenseite einen
„Sonnenraum“, der je nach Heiz- oder Kühlbedarf geöffnet oder geschlossen
werden kann.
„Erstaunlich, wie der Sonnenbereich die Temperaturregelung positiv
beeinflusst“, bestätigt Testbewohnerin Nina Hormazábel Poblete den
architektonischen Kniff. „Für mich die wichtigste Niedrigenergieeinrichtung des
Hauses.“
Diese arbeitet Hand in Hand mit der Klimatisierung: Das BASF Energy House
setzt auf eine natürliche Belüftung, die die Architektur durch hohe Räume noch
unterstützt. Gleichzeitig wurde auf gute Wärmespeicherfähigkeit im Inneren des
Gebäudes Wert gelegt.
Wärmereflexion
Ebenso sorgten die Planer dafür, dass kein Hitzeüberschuss im Haus entsteht.
Besonders anfällig dafür: die Räume unter dem Dach. Das BASF Energy House
besitzt deshalb ein Stahldach, das mit einem neuen Coil Coating-Lack der BASF
Coatings beschichtet ist. Vorteil: Im Unterschied zu herkömmlichen Dächern, die
Sonnenwärme absorbieren, kann der Lack auf dem Stahldach die Einstrahlung
reflektieren und so die Wärmeabgabe ins Innere reduzieren.
Diese Wirkung erzielen eine verbesserte Plastisoltechnologie und zusätzliche
UV-reflektierende Pigmente. Die Folge sind angenehme Temperaturen im
Dachbereich, selbst dann, wenn wie im BASF Energy House aus Kosten- und
Energiespargründen keine Klimaanlage vorhanden ist.
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Das Dach selbst ist länger haltbar, da
es weniger hohen Temperaturen ausgesetzt ist. Insgesamt ist der Bedarf an
primärer Heizenergie signifikant gesunken, auch dank zahlreicher Bauprodukte
zur Dämmung und Isolierung, die auch von der BASF stammen.
In sehr kalten Perioden hilft eine Biomasseheizung aus, den Warmwasserbedarf
deckt zu 81 Prozent eine Solarenergieanlage auf dem Dach. |
| Steuern und regeln: Über
Touchscreen oder Internet kontrollieren die Bewohnerinnen Belüftung, Heizung
und Beleuchtung. |
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Öko-Big-Brother
Wie sich diese Maßnahmen auf den Alltag auswirken, erleben derzeit die
beiden Doktorandinnen. Ihnen helfen Gebäudeautomationssysteme, die nicht nur
dem Komfort dienen, sondern auch das Energiemanagement unterstützen.
Die Überwachungsgeräte messen Parameter wie Temperatur, relative
Luftfeuchtigkeit, Licht, Sonneneinstrahlung und Belüftung. Über Ergebnisse
werden die Bewohner per SMS, E-Mail oder im Internet informiert. „Es ist ein
bisschen wie Öko-Big-Brother, unser Tagesablauf wird genau verfolgt“, meint
Deborah Adkins lächelnd.
Die Wissenschaftlerinnen fühlen sich in dem modernen Ökohaus rundum wohl.
Gibt es auch Nachteile? Nun, das Aufräumen, so die beiden Frauen, kann
vielleicht aufgrund des begrenzten Stauraums problematisch werden. In diesem
Punkt ist eben auch das energieeffiziente Vorzeigehaus ein ganz normales
Haus.
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Wie fühlt sich’s an? Zwei
Wissenschaftlerinnen testen das BASF
Energy House. Sie schätzen vor allem die Klimawirkung des
„Sonnenraums“. |
www.house.basf.co.uk
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