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Ein Haus voller Farben (CP 1/2009)

Farben unterliegen Trends und beeinflussen Kaufverhalten. Der großen Bedeutung des Themas hat BASF Coatings mit seinem neuem Color Design Studio Rechnung getragen.

Über Nuancen kann man lange reflektieren – manchmal gar stundenlang“, sagt Designer Mark Gutjahr. Zusammen mit Automobilkunden der BASF Coatings verbringen er und seine Kolleginnen Eva Höfli und Katja Pauli viel Zeit im Besprechungsraum des Color Design Studios.

Zeit, die unerlässlich ist, denn es sind Fragen von Gewicht, die es dort zu klären gilt: Welche Lackfarben passen am besten zu welchem Modell? Welche Empfindungen und Assoziationen wecken sie? Welchem Trend entsprechen sie, welchen können sie sogar setzen? „Die Ermittlung neuer Lackfarben wird zunehmend komplexer“, weiß Höfli.

Die Palette der Nuancen und Effekte wächst, neue Pigmente und Verfahren erweitern die Spielräume. Das ist auch notwendig. Denn die Anforderungen an Lacke steigen sowohl technisch als auch gestalterisch. Neben der Mode besitzt kaum ein Produkt so viel Bezug zur eigenen Persönlichkeit wie das Auto, und auf dem umkämpften Automarkt kann schon allein der richtige Farbton ausschlaggebend für eine Kaufentscheidung sein.

Darauf hat BASF Coatings nun mit dem neuen, erweiterten Color Design Studio in Münster reagiert, das nahe dem Unternehmenssitz in einem eigenen Gebäude untergebracht ist. „Für unser Team, das selbst größer geworden ist, erweist sich die Arbeitssituation als ideal“, sagt Gutjahr und ergänzt: „Es ist die größte Einrichtung dieser Art der Lackindustrie.

Wir haben mehr und größere Räume, um noch spezifischer auf den Kunden eingehen zu können. Und wir besitzen eine Raumatmosphäre, die produktive Gespräche fördert.“ Rund 300 Quadratmeter umfasst das moderne Gebäude, allein 180 sind der Präsentation vorbehalten. Daneben gibt es einen Besprechungsraum und eine Bibliothek mit bequemen Sitzgelegenheiten.

In einer  Lichtkabine können unterschiedliche Lichtsituationen simuliert und deren optische Auswirkungen auf die Lackfarben geprüft werden. „Die Situation könnte für Präsentationen und den anschließenden Kreativprozess mit dem Kunden nicht besser sein“, betont Pauli. Und um Farben bei natürlichem Tageslicht zu prüfen, steht der Garten des Anwesens zur Verfügung – direkt zugänglich durch die verglasten Schiebetüren des Präsentationsraums.

75 Farben pro Jahr


Mehr als 20 „Key Colors“, richtungweisende Trendfarben, entwickelt das Designteam jährlich für die Automobilindustrie. Zusammen mit den Key Colors der Regionen Nordamerika und Asien Pazifik werden um die 75 neue Farben präsentiert. Inspirieren lassen sich die Designer von Architektur, Produktdesign, Mode, Kunst, Konsumgewohnheiten und vielen anderen gesellschaftlichen Strömungen.
Präsentation: Der richtige Farbton prägt den Charakter von Produkten. Designer Mark Gutjahr (links) präsentiert Trends.  

Das beinhaltet die Auswertung von Fach- und Designzeitschriften, der Besuch einschlägiger Messen und Kunstgalerien sowie die Kooperation mit Trendagenturen. „Wir stoßen gern Neues an“, betont Höfli, „derzeit haben wir unter anderem hochchromatische Lacke im -Visier, für leuchtende, tiefe Farben.“

Zur gestalterischen Neuerung gehört die technische Machbarkeit. Der ständige Dialog mit den Farblabors der BASF Coatings ist daher Routine. „Es ist immer wieder spannend zu sehen, wie Technologien ausgereizt oder gar neu entwickelt werden, um Ideen zu realisieren“, sagt Gutjahr.

Das umfassende Know-how der Labors erlaubt es, schon in frühen Stadien der Fahrzeug- und Lackentwicklung mit hoher Wahrscheinlichkeit beurteilen zu können, ob ein Lack später für die Serienproduktion geeignet ist. Gelungene Entwicklungen heißen dann auch Perfect Match.

Trendermittlung, Farbkreation, technische Umsetzung – die Entwicklung von Lackfarben ist ein aufwendiger Prozess, der Jahre dauern kann. Was mit der Recherche im Color Design Studio begann, endet auch wieder dort – mit der Präsentation des Perfect Match vor dem Kunden.

 

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Farbtrendprognose

Die Farbdesigner

Mark Gutjahr (35) studierte an der Köln International School of Design. Abschluss als Diplomdesigner (FH). Danach in Köln Selbstständigkeit als Design Consultant, Mitglied der Designkooperative bibi*gutjahr und Gründungsmitglied der Designgruppe kombinat. Seit 2005 bei der BASF Coatings.

Eva Höfli (28) absolvierte eine Ausbildung als Vergolderin im Kunsthandel und studierte Kommunikationsdesign, Fachrichtung Objekt- und Raumdesign, an der Fachhochschule Dortmund. Sie arbeitete für das Vitra Design Museum und das Centre Georges Pompidou, später bei der Agentur Pichiglas in Barcelona. Seit 2008 bei der BASF Coatings.

Katja Pauli (36) erlernte den Beruf der Bauzeichnerin im Hochbau und raumbildenden Ausbau und studierte Farbdesign an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim. Nach dem Studium war sie freiberuflich für ein Architekturbüro in Husum tätig. Seit 2005 bei der BASF Coatings.

 
   
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