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G: Grundsätze des Explosionsschutzes
Die Anwendung von Lacken und Farben ist
wesentlich durch den Umgang mit organischen Lösungsmitteln gekennzeichnet,
deren Dämpfe zusammen mit Luft ein explosionsfähiges Gemisch bilden können.
Aber auch das Auftreten von brennbaren
Stäuben, wie sie beim Schleifen entstehen, kann in der Luft oder in
außerdem gleichzeitig vorhandenen Lösemitteldämpfen zu einer Explosion führen.
Das Vorliegen von Staub/-Luft-Gemischen
in brennbaren Dämpfen wird dabei als hybrides Gemisch bezeichnet. Hybride
Gemische treten in der Regel im Applikationsprozess nicht auf.
Explosionsereignisse bedingen das
gleichzeitige Auftreten einer explosionsfähigen Atmosphäre durch Vorliegen
eines bestimmten Mischungsverhältnisses brennbarer Dämpfe, Gase oder Stäube mit
Sauerstoff und einer wirksamen Zündquelle.

Ο Präventiver
Explosionsschutz
Schutzmaßnahmen, die der Verhinderung von
Explosionen dienen, sind entsprechend auf die Eliminierung mindestens einer
dieser beiden Bedingungen gerichtet.
In der Regel wird dieser, als präventiv
bezeichnete Explosionsschutz, jedoch durch eine Kombination aus Maßnahmen zur
Reduzierung des Auftretens explosionsfähiger Atmosphäre und der Vermeidung von
wirksamen Zündquellen realisiert.
Je wirksamer die Maßnahmen zur
Verhinderung des Entstehens einer explosionsfähigen Atmosphäre sind, desto
geringer ist der Aufwand zum Ausschluss möglicher Zündquellen zu betreiben.
Darstellung: Wechselwirkung zwischen
der Wahrscheinlichkeit des Auftretens explosionsfähiger Atmosphäre und dem Grad
der Zündquellenvermeidung:

Innerhalb des Explosionsschutzes haben
die Maßnahmen zur Einschränkung einer explosionsfähigen Atmosphäre Vorrang vor
den Maßnahmen zur Vermeidung von Zündquellen.
Daher sind zunächst die Maßnahmen zur
Einschränkung der Bildung einer explosionsfähigen Atmosphäre auf Umsetzbarkeit
zu prüfen.
Diese Umsetzbarkeit hängt von den
technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten ab und orientiert sich dabei am
Stand der Technik.
Die Beispiele innerhalb des
Sicherheitskonzeptes zeigen die bewährte Praxis in der Lackanwendung auf und
geben somit Aufschluss auf diesen Stand der Technik.
Die Festlegung des Optimums an Maßnahmen
zur Einschränkung einer explosionsfähigen Atmosphäre einerseits und der
Vermeidung der, je nach Wirksamkeit dieser Maßnahmen, unzulässigen Zündquellen
andererseits, stellt in der Regel einen mehrstufigen Prozess dar.
Für jede konzipierte Kombination der
Einschränkungsmaßnahmen einer explosionsfähigen Atmosphäre und der
Zündquellenvermeidungsmaßnahmen ist die Realisierbarkeit zu überprüfen. Führt
diese Überprüfung zu dem Ergebnis, daß nicht alle für die verbleibende
Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer explosionsfähigen Atmosphäre
unzulässigen Zündquellen unwirksam gemacht werden können, muss durch weitere
Maßnahmen das Auftreten einer explosionsfähigen Atmosphäre weiter eingeschränkt
werden.
Ο Konstruktiver
Explosionsschutz
Grundsätzlich dienen alle Maßnahmen des
Explosionsschutzes der Vermeidung von Schadensereignissen mit Auswirkungen auf
die Beschäftigten, die Umwelt und auf die Anlagen.
Dieses Schutzziel lässt sich außer mit
den beschriebenen Präventivmaßnahmen, die auf die Vermeidung des Eintretens
einer Explosion gerichtet sind, auch durch konstruktive Gestaltung der
Apparaturen zur Begrenzung der Auswirkungen eines derartigen Ereignisses auf
ein unschädliches Maß erreichen.
Hierbei wird durch konstruktive Maßnahmen
erreicht, daß mit der Explosion verbundene Druckaufbau innerhalb einer
widerstandsfähigen Apparatur eingeschlossen, beziehungsweise der Druck in nicht
gefährdete Bereiche abgeführt wird, oder das Auftreten einer Explosion durch
die Zufuhr von Löschmitteln umgehend unterdrückt wird.
Beide Zielrichtungen, sowohl der
präventive, als auch der konstruktive Explosionsschutz, sind grundsätzlich
zulässig und werden in der Praxis bei der Applikationstechnik umgesetzt.
Ausschlaggebend für die Wahl geeigneter Schutzmaßnahmen ist neben der
spezifischen Zuverlässigkeit in Abhängigkeit vom jeweiligen Prozessschritt, die
Bewertung des notwendigen technischen und organisatorischen Aufwandes zur
Umsetzung.
Das folgende Ablaufdiagramm zeigt
schematisch die Vorgehensweise bei der sicherheitstechnischen Auslegung von
Applikationsanlagen:
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